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Ausstellung: Wigmar Bressel – das Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt in der Eisenhütte Augustfehn

So 5 März – Do 4 Mai 2023

„Wie keinen Anderen haben die beiden Pole ‚Kunst‘ und ‚Manufaktur‘ das Leben des Bremer Künstlers über Jahrzehnte geprägt, und der Bilderstrom, der sich nun bahnbricht, scheint sich schon vorher (vielleicht im Unterbewussten) angesammelt zu haben.

Bressel, der durch seine jahrelange Arbeit in und für Manufakturen mit einem Fuß fest in der Produktion steht, gelingt es, Manufaktur-Produkte in irritierende Collagen aufgehen zu lassen: durch Abstraktion, Verschachtelung, farbliche Bearbeitungen.

Ihn faszinieren traditionelle Techniken der Glasbläser, Porzellanhersteller oder Polsterer: seine bildnerischen Essays zeigen keine Welt von gestern, sondern eine Welt, die vom Verschwinden bedroht ist.

Wigmar Bressel, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freier Künstler, Blogger und Publizist in Bremen.“

Text: Programm-Flyer Ausstellungen Januar – Mai 2023 des Eisenhütte Kultur e. V.

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Zehnmal Weimar-Porzellan-PopArt jetzt im Projektraum ‚unverloren‘

Manufakturen-Blog: Im Projektraum 'unverloren' gibt es jetzt zehn Bilder, die sich mit 'Weimar-Porzellan' beschäftigen, zu kaufen. (Foto: Wigmar Bressel)

Im Projektraum ‚unverloren‘ gibt es jetzt zehn Bilder, die sich mit ‚Weimar-Porzellan‘ beschäftigen, zu kaufen.

7. Januar 2023, Hamburg. Zum Ende des Jahres 2018 wurde Weimar-Porzellan, die Porzellanmanufaktur aus Blankenhain bei Weimar, nach 228 Jahre geschlossen, die 60 Mitarbeiter wegen Ratlosigkeit und zu wenigen Aufträgen entlassen. Die Fotoredakteurin Susanne Katzenberg aus Hamburg stieß ihm Rahmen einer Recherche zu Porzellan aus Thüringen auf das traurige Schicksal dieses deutschen Traditionsunternehmens. Sie erwarb die Rechte zur Produktion der Vase ‚Tini‘ aus der Insolvenzmasse und lässt sie von der Porzellanmanufaktur Reichenbach sehr erfolgreich wieder produzieren. Für diese – und anderes ostdeutsches Design – schuf sie im September 2022 den Projektraum ‚unverloren‘ in der Hospitalstraße 91 in Hamburg-Altona; seit dem 7. Januar 2023 werden dort auch zehn Grafiken auf Hahnemühle-Kunstdruckpapier zu Weimar-Porzellan von mir aus dem Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt gezeigt und zu Preisen ab EUR 45,00 verkauft.

Zur Geschichte der ‚Tini‘ im Manufakturen-Blog geht es hier.

Das Buch zur Rettung der Vase ‚Tini‘ gibt es hier (Weiterleitung zum Projekt ‚unverloren‘).

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Den Katalog zum Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt im Manufakturen-Blog kann man hier bestellen.

Die Geschichte von Weimar-Porzellan kann man im Manufakturen-Blog hier nachlesen – es ist übrigens einer der meistgelesenen Beiträge…

Fotos: Wigmar Bressel

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Ausstellung: Wigmar Bressel – Manufakturen Blog Art Projekt

4. Juni 2021, Berlin.

Wigmar Bressels Kunst entstand im Jahr 2019 auf dem social-media-Kanal Instagram. Wie keinen Anderen, haben die beiden Pole „Kunst“ und „Manufaktur“ das Leben des Bremer Künstlers über Jahrzehnte geprägt, und der Bilderstrom, der sich nun bahn bricht, scheint sich schon vorher (vielleicht im Unterbewussten) angesammelt zu haben. Bressel, der durch seine jahrelange Arbeit in und für Manufakturen mit einem Fuß fest in der Produktion steht, gelingt es, Manufaktur-Produkte in irritierende Collagen aufgehen zu lassen: durch Abstraktion, Verschachtelung, farbliche Bearbeitungen.

Bressel interessiert sich für eine kulturelle Ökologie der europäischen Manufaktur – als einen Kulturraum der Qualitätsproduktion – der vielerorts bedroht ist. Statt das Thema rein politisch oder publizistisch anzufassen, betritt er seine persönliche, künstlerische Position. Dort ist er frei und kann tun und lassen, was er als Beobachter wahrnimmt und will.

Wigmar Bressel faszinieren traditionelle Techniken der Glasbläser, Porzellanhersteller oder Polsterer; seine bildnerischen Essays zeigen keine Welt von gestern, sondern eine Welt, die heutig, aber vom Verschwinden bedroht ist.

Das Leben, so scheinen es die Bilder Bressels zu sagen, ist ein gestaltbarer Prozess und neben dem Ausleben der Erotik und von Affekten sind es Lebenstechniken wie Ironie, das Lachen, aber auch die Sorge um den eigenen Körper, das Feiern von Festen, das Entfalten von Kreativität oder das Pflegen von Freundschaften, die das Leben lebenswert machen. In alle diese Prozesse sind zahlreiche lebensweltliche Dinge – die Produkte – einbezogen; wer sich nicht dafür interessiert, was diese Dinge aussagen, wer sie gestaltet hat und unter welchen Bedingungen, wendet sich von einer Lebenskunst ab und gehorcht nur noch den allgemeinen Lebensführungsmodellen.

Wigmar Bressel, Jahrgang 1970, geboren in Hildesheim, ist Gesellschafter der Besteckmanufaktur von Koch & Bergfeld in Bremen. Zehn Jahre war er ehrenamtlicher Vorsitzender des Verbandes Deutsche Manufakturen. Im Internet sowie auf den social-media-Kanälen betreibt er den Manufakturen-Blog sowie seit dem Jahr 2019 auf Instagram das @ManufakturenBlogPopArtProjekt; er lebt und arbeitet als freier Künstler, Blogger und Publizist in Bremen.

Text: Ankündigung auf der Museumshomepage

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Der Katalog zur Kunst: ‚Das ManufakturenBlogPopArtProjekt‘ als Buch erschienen

13. April 2021, Bremen. Der Katalog zur Digital-Kunst: Für alle, die sich von Instagram fernhalten, erschienen jetzt 116 Bilder aus dem ‚Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt‘ von Wigmar Bressel auf hochwertigem Kunstdruckpapier im Format 28 mal 21 Zentimeter als Buch – eine Hommage an die Manufakturen-Branche; und zugleich ein neuer Blick.

„Das Manufaktur-Produkt soll neu gedacht und wahrgenommen werden. Über den Farbwechsel, die Farbbearbeitung gelingt es, die Form zu abstrahieren und zu verfremden. Dies alles entwickelt sich aus dem subjektiven Empfinden des Verfremdenden und dessen Erfahrung mit dem Manufaktur-Produkt heraus“, schreibt Antje Katrin Hatzler in ihrem Essay, das statt eines Vorwortes dem Kunstkatalog vorangestellt wurde. Hatzler, selbst Kunstsammlerin, beobachtet das Projekt seit dem ersten Tag. Teilweise begleitete sie Bressel auch auf seinen Exkursions-Streifzügen in die Manufakturen-Welt.

Bressels Technik ist einfach zu beschreiben: Sie basiert auf – in der Regel – eigenen Fotos, die mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms farblich übersteigert, verschärft, verzerrt, im Bild vervielfältigt werden. Die Ergebnisse erinnern eher an Andy Warhols berühmte Elvis-Drucke, weniger an Roy Lichtensteins Comic-Extreme, die sich durch die übergroßen Rasterpunkte auszeichnen, um eine Einordnung zwischen den beiden berühmtesten PopArtlern des 20. Jahrhunderts zu versuchen.

Manufakturen-Blog: Buch-Cover 'Das Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt' von Wigmar Bressel (Repro: Wigmar Bressel)

Buch-Cover ‚Das Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt‘

Jedes Kunstwerk ist einzigartig – Bressels Bearbeitungen von Fotos von Arbeitstabletts aus der Schmuckmanufaktur Deumer oder Stoffproben der Hemdenmanufaktur Campe & Ohff sind es auch.

Hatzlers Fazit in ihrem Essay: „Auch der traditionell geprägte Betrachter und Kunde, wissend um den Preis, die Herstellung, das Prestige der Produkte, erhält eine Einladung, die ‚Dinge‘ noch einmal neu zu denken… Das macht den Unterschied! Sich lösen vom Gewohnten! Neu denken! Es ist der Versuch, den Bogen vom Begriff ‚Manufaktur‘ zum Begriff ‚Kunst‘ zu spannen. Und den inneren Wert des Manufaktur-Produkts noch einmal anders an die Oberfläche zu holen…

Die Verfremdung kann jedoch auch als Frage an die Manufakturen verstanden werden: Was sind, was können wir alles noch? Wo benötigt unsere Kreativität mehr Raum? Welche Chancen für Innovationen tun sich auf? Denn: Warum verstehen die Betrachter dieser Bilder die Innovationskraft oft besser, als die Manufakteure und ihre Mitarbeiter – also: die Manufaktur-Betriebe – selbst?“


Wigmar Bressel

Das Manufakturen-Blog-PopArt-Projekt

Das Buch zum Projekt auf Instagram: @manufakturenblogpopartprojekt
mit einem Essay von Antje Katrin Hatzler
Design und Layout: Julia Francesca Meuter

Verlag
Der Manufakturen-Blog

140 Seiten in Farbe
Softcover, kaschiert und mit Relieflack, Prägung

ISBN 978-3-9822763-0-4

EUR 29,80

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Fotos: Wigmar Bressel

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Das Manufakturen-Blog-Pop-Art-Projekt

30. September 2019, Bremen. Wie kann die Manufakturen-Branche im globalen und digitalen Industrie-Zeitalter weiter gestärkt werden? Indem Manufakturen in weiteren – zumal digitalen – Kontexten erscheinen und diskutiert werden (können). Ein Beitrag und ein Angebot an den großen Kreis der Kunstinteressierten (viele Käufer von Manufaktur-Produkten interessieren sich nach eigenen Bekunden auch für Kunst) ist das ‚Manufakturen-Blog-Pop-Art-Projekt‘, das am 9. September 2019 auf dem Bilder-Portal ‚Instagram‘ gestartet wurde. Eine erste Analyse nach zwanzig Tagen ergibt: Es sind zu 50 Prozent andere Follower, die die Bilder liken, als im Manufakturen-Blog. Und: Sie kommen sehr viel öfter aus aller Welt.

Wer sich schon mit der digitalen Fotobearbeitung für seine Firma oder ein Projekt auskennt, dem sind in seinem Bildbearbeitungs-Programm auch die Möglichkeiten zur Überstilisierung und Verfremdung bekannt, die diese Programme bieten. Für mich war es eher eine Fingerübung, eines der vielen hundert Fotos, die ich für den Blog schon bearbeitet habe, popartig immer weiter zu verfremden.

Ich wählte das Foto eines Porzellanelefanten, der im Rahmen eines Workshops in der Porzellanmanufaktur Reichenbach von der international bekannten Porzellangestalterin Maria Volokhova aus Berlin mit bunten Schmetterlingen aufgepeppt worden ist; ich ‚färbte‘ ihn rosa ein, veränderte die Auflösung, die Körnung, die Farbverläufe, die Schmetterlinge wurden neonfarbig – fertig war mein ‚Pink Elephant‘. Er wurde mein ‚Post‘ Nummer eins.

Am stärksten gezögert habe ich beim Wort Kunst – kann man das, was ich da mache, unter Kunst laufen lassen? Natürlich gibt es das Sprichwort „Alles ist Kunst“ und „Kunst ist heute Kommunikation“ – als Erwachsener haderte ich dann aber doch, ob ich mich mit meiner eigenen ‚Kunst‘ aus der Deckung wagen sollte. Ist das interessant genug? Ist das ‚gut‘ genug? Diese Fragen sind natürlich nicht zu beantworten – außer durch ein Publikum.

Glücklicherweise wurden meine Fragen dadurch beantwortet, dass einige renommierte Künstler, Kuratoren, Galerien und Museen meinen neuen Instagram-Auftritt abonnierten. Das Projekt wird also zumindest beobachtet.

Manufakturen-Blog: 'Pink Elephant' nach einer Skulptur von Maria Volokhova für Reichenbach-Porzellan (Bild: Wigmar Bressel)

‚Pink Elephant‘, 2019

Manufakturen-Blog: Schmetterlings-Elefant von Maria Volokhova für die Porzellanmanufaktur Reichenbach (Foto: Wigmar Bressel)

…und hier das Original, der Schmetterlings-Elefant von Maria Volokhova für die Porzellanmanufaktur Reichenbach

Insgesamt ist mir wichtig, dass die Objekte der Verfremdung weiter aufgeladen werden. Wenn Sie Bilder von Andy Warhol oder Roy Lichtenstein (zwei sehr bekannte Protagonisten der Pop Art) betrachten, werden Sie feststellen, dass deren Objekte (übergroße Fleischdosen und Comic-Bilder) durch die Auswahl von Ausschnitt und Farbe des Künstlers inhaltlich weiter aufgeladen werden; das ist es, um das ich mich auch bemühe – dass in der Verfremdung und Überzeichnung das eigentliche manufakturelle Objekt nicht verlorengeht oder zum Statisten degradiert wird. Sie – als Betrachter – werden beurteilen, ob das gelingt. Vor allem wünsche ich aber: dass Ihnen das Betrachten des Experiments Spaß macht.

https://www.instagram.com/manufakturenblogpopartprojekt/

https://www.manufakturenblogpopartprojekt.de/

Fotos und Bilder: Wigmar Bressel, Martin Specht, Döttling

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Nachtrag 22. Januar 2021:

Inzwischen ist das Buch zum ManufakturenBlogPopArtProjekt erschienen – hier geht es zu unserem eigenen Shop