Manufakturen-Blog: Marc Weyersberg von der Kupfermanufaktur Weyersberg auf der Messe Ambiente 2016 (Foto: Wigmar Bressel)

Die Backform mit den weltbesten Backeigenschaften – ist aus Kupfer

19. Februar 2016, Starzach. Sie hat außen diese wunderbar warme Farbe, tolle, klassische Rundungen – die Backform „Frankfurter Kranz“ aus massivem Kupfer. Innen ist sie praktisch und geschmacksneutral keramikbeschichtet. Schwer und gediegen liegt sie in der Hand. Die Wand der Backform ist aus eineinhalb Millimetern Kupfer, das diese phantastische Wärmeleitfähigkeit hat. Eine Backform mit weltbesten Backeigenschaften.

Backen in Kupfer – das ist der neueste Ansatz von Marc Weyersberg, geschäftsführender Gesellschafter der Kupfermanufaktur Weyersberg aus dem württembergischen Starzach. Weyersberg ist berühmt für seine Innovationskraft.

Die kleine Manufaktur im Schloss Weitenburg hat vor drei Jahren mit der Rettung des Kupfergeschirrs schlechthin auf sich aufmerksam gemacht. Weyersberg, einziger deutscher Kupfergeschirrhersteller, stand vor der Frage, wie es weitergehen sollte, nachdem die Europäische Union beschlossen hatte, den Kontakt von Kupfer zu heißen Lebensmitteln „stark einzuschränken“ – um es vornehm zu formulieren und nicht von einem Teil-Verbot zu sprechen. Weyersberg entwickelte daraufhin die erste keramikbeschichtete Kupferbratpfanne der Welt – die von ihm als Obergipfel der technischen Erneuerung auch noch induktionstauglich gemacht wurde: mit hochmagnetischen Eisenmolekühlen, die unter die Kochfläche gespritzt werden. Marc Weyersberg: „Das war mehrere Jahre Tüftelei und die Suche nach dem richtigen Partner für diese teure Technik. Aber es musste sein. Denn viele unserer Kunden sind inzwischen auf Induktionsherde umgestiegen – und da funktioniert Kupfer halt nicht.“


Aus Schachmatt wurde der Phönix: Diese Bratpfanne wurde im Jahr 2014 als deutsches „Manufaktur-Produkt des Jahres“ von der Jury des Verbandes Deutsche Manufakturen e. V.  ausgezeichnet, hat sich seitdem sensationell verkauft – und machte Weyersberg berühmt. Die Farbe Kupfer – seit einem Jahr wieder sehr „in“ – tat ein Übriges. Klar: Inzwischen sind fast alle Kochgeschirre, die für höhere Temperaturen in Frage kommen, von Weyersberg umgerüstet auf Induktionstauglichkeit und EU-Kompatibilität.

Nun also Backformen. Marc Weyersberg: „Wir hatten auf der Ambiente 2016 in Frankfurt ein phantastisches Feedback von Händlern bis nach Japan. Und das bei unseren Preisen, die ja im Küchensegment auch gerne als jenseits von Gut und Böse eingestuft werden. Sie haben nichtmal gezuckt.“

Preise – das bedeutet 149 bis 189 Euro für die Backformen, je nach Größe. Die inzwischen  berühmte, ausgezeichnete Bratpfanne kostet zum Beispiel 339 Euro. Weyersberg: „Ich stelle fest, dass es sich bei den Käufern größtenteils gar nicht um die Schönen und Reichen handelt, sondern um ausgesprochene Koch-Enthusiasten – viele sparen sich unsere Töpfe richtig zusammen, höre ich aus dem Handel.“

Auch für die Pflege hat sich Weyersberg inzwischen etwas überlegt. Auf der Messe stellte er sein erstes Kupfer-Pflegemittel (Preis: 19,95 Euro) vor. Es enthält ordentlich Schleifpartikel – Weyersberg: „Das muss man sich vorstellen wie Peeling beim Duschgel.“ –, die das Kupfer wieder schön kupferrot bekommen. Für die verkupferten Kochgeschirre aus dem Import ist es allerdings nicht geeignet. Marc Weyersberg:  „Die dünnen galvanischen Verkupferungen sind mit meinem Putzmittel schnell runter.“ So trennt das Putzmittel halt Kupfernes von Verkupfertem – like the man from the boy.

Fotos: Wigmar Bressel


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7 Antworten
  1. Ingrid Frank
    Ingrid Frank says:

    Habe von meiner Großmutter einige Kupferbackformen geerbt.
    So wie es aussieht, haben sie innen einen Beschichtung -Vermutlich Zinn- oder auch etwas anderes.
    Kann ich dies Backformen verwenden? oder sondern Sie Gift ab?
    Ich kann mich noch erinnern, als die Großmutter damals duftenden Kuchen mit diesen alten Formen gebacken hat.

    Antworten
    • Wigmar Bressel
      Wigmar Bressel says:

      Hallo Frau Frank,

      ich habe Ihre Frage an Marc Weyersberg von der Kupfermanufaktur Weyersberg weitergeleitet…
      Gruß

      Wigmar Bressel

      Antworten
    • Marc Weyerberg
      Marc Weyerberg says:

      Sehr geehrte Frau Frank,

      wenn die Beschichtung (Verzinnung) Ihrer Backform noch in Ordnung ist und keine Beschädigungen aufweist, können Sie das gute Stück problemlos verwenden. Sollte die Beschichtung „Löcher“ haben, so raten wir von einer Verwendung ab. Es ist allerdings in vielen Fällen möglich, eine neue Verzinnung anzubringen – allerdings ist das mit Aufwand und Kosten verbunden. Wir kennen die eine befreundete Kupferschmiede, die eine Wiederverzinnung anbietet. Wir wünschen Ihnen noch viel Freude mit Ihrer Kupferbackform!

      Antworten

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