Manufakturen-Blog: Dr. Christopher Heinemann (r.) und Michael Hohoff von Manufactum während der Eröffnung des "Warenhauses" in Bremen (Foto: manufactum/Jonas Ginter für Wigmar Bressel)

„Manufactum steht für Kontinuität und hat kein Bestreben, den Standort in Bremen jemals wieder aufzugeben“

29. September 2016, Bremen. Manufactum hat sein neuntes Warenhaus eröffnet – in Bremen, direkt gegenüber des Haupteinganges des Rathauses, im früheren Sitz der Bremer Bank und der Börse. Das Gebäude aus allerspätester Gründerzeit (erbaut in den Jahren 1902-1904) steht wie eine kleine Burg am Domshof neben dem Dom, auf dem Laufweg vom Parkhaus Violenstraße zum Markt und den Passagen, die die östliche Innenstadt einzelhändlerisch prägen. Eigentlich auf der für den Einzelhandel „falschen“ Seite des Domshofes gelegen – man ist gespannt…

Der Auftakt ist jedenfalls gelungen, die Neugier der Bremer und der Umländler groß: Als mehr als 750 der geladenen Gäste zur Eröffnung um 18.00 Uhr erschienen, eine 50 Meter lange Schlange von Menschen auf dem Fußweg auf die Öffnung der Türen wartete, war klar, dass es an diesem Abend keine klassischen Reden geben würde – denn die knapp 1000 Quadratmeter Bruttomietfläche waren einfach zu klein, um so viele Besucher zu händeln.

Manufactums Geschäftsführer Dr. Christopher Heinemann (auf dem Foto rechts) und sein Kollege Michael Hohoff (Geschäftsführer der Tochtermarke brot&butter, auf dem Foto links) waren über den Andrang in Bremen ebenso überrascht wie glücklich. Heinemann: „Wir haben ja Häuser, in denen in der Weihnachtszeit soviel los ist, dass nur noch Gäste eingelassen werden, wenn andere gehen – wir sind mal gespannt, wie das in Bremen wird. Die Eröffnung und das Interesse, das uns hier heute entgegengebracht wird, ist jedenfalls großartig.“

Die bei Manufactum „Warenhaus“ genannte Filiale präsentiert einen ganz guten Teil des etwa 10 000 Produkte umfassenden Sortiments der Kataloge – vor allem natürlich Konsumgüter und Mitnahmeartikel, Mode, aber auch einen Teil des Gartenbau-Angebots.

Nach Auskunft der PR-Agentur von Manufactum – Press Factory aus Berlin -, sollen rund 5000 Katalog-Produkte in Bremen im Geschäft vorrätig sein. Hinzu kommt die Manufactum-Marke

„brot&butter“ mit ihren sorgfältig entwickelten Lebensmittelprodukten, die an zwei Stellen in das Warenhaus integriert ist.

Unter den Lieferanten, die auch in Bremen vertreten sind, sind auch einige bekanntere Manufakturen, wie die Kreis Ledermanufaktur aus Obertshausen oder Robert Herder sowie Picard & Wielpütz mit Messern und Bestecken aus Solingen. Man darf vermuten, dass die meisten Produkte, die im „Warenhaus“ zu kaufen sind, bisher nicht im Bremer Einzelhandel zu finden waren – in sofern ist Manufactum nicht nur für die Lieferanten ein Glücksfall, sondern auch für die Bremer.

Auch für das denkmalgeschützte Bremer-Bank-Gebäude ist der Mieter Manufactum ein ziemliches Glück. Die große Schalterhalle mit Oberlicht in der Halbetage konnte so erhalten bleiben, die schwieriger zu nutzende Fläche mit doch sechs-sieben zu überwindenden Treppenstufen setzt Manufactum geschickt ein als großes Podium für die Produktpräsentation, die man durch die Schaufenster erahnen kann.

Nicht zu unterschätzen für Bremen ist auch, dass bei diesem Erstbezug von einem sicherlich acht- bis zehnjährigen Mietvertrag auszugehen ist. Bekannt ist, dass Manufactum sich schon viele Jahre auf dem Bremer Immobilienmarkt umgeschaut hat – nun ist der frühere reine Katalogversender (versendete jährliche Katalogauflage: eine Million) da. Auf die Frage, für wie lange sich das zur Otto-Gruppe gehörende Unternehmen auf den Standort Bremen festgelegt hat, antwortet das Unternehmen über die Agentur: „Manufactum steht für Kontinuität und hat kein Bestreben, den Standort in Bremen jemals wieder aufzugeben.“

Na, dann werden sicherlich auch bald die irritierenden und in vielen Gesprächen gerügten Plastikwerbetafeln an der Fassade des Gebäudes durch würdigere und vielleicht auch handgemachte Schilder ersetzt!

Fotos: Manufactum / Jonas Ginter, Bremen

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1 Antwort
  1. Wigmar Bressel
    Wigmar Bressel says:

    Ach ja, schön: Die Plastik-Werbeschilder von Manufactum sind nun tatsächlich weg und es steht nur noch der schlichte Werbezug des Waltroper Unternehmens am Baudenkmal ‚Bremer Bank‘. Ich traf gestern Manufactum-Chef Dr. Christopher Heinemann – darauf angesprochen, antwortete er: „Das war von vorneherein so geplant. Zur Eröffnung sollte es möglichst auffällig sein. Die großen Schilder waren nur für die erste Zeit gedacht.“

    Direkt nebenan wurde inzwischen die ‚Markthalle Acht‚ eröffnet – die wirkt auf mich allerdings irritierend. Ich finde, sie sieht aus wie ein von Studenten gemeinsam mit der ZwischenZeitZentrale Bremen erdachtes Provisorium. Nette kleine Bremer ‚Maker’s‘ stellen da aus – aber dieser alten Passage vom Domshof zum Parkhaus Violenstraße fehlt mit ihrer Düsternis und Zugigkeit derzeit jede Aufenthaltsqualität. Meine Meinung.
    Der Weser-Kurier hat positiv berichtet – zum Bericht.

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