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Dokumentation des Gemeinschaftsstandes des Verbandes Deutsche Manufakturen auf der Herbst-CADEAUX 2018

2. Oktober 2018, Bremen. Vom 1. – 3. September 2018 fand in Leipzig die ‚Herbst-CADEAUX 2018‚ statt – eine traditionsreiche Messe, auf der es im weitesten Sinn um Geschenkartikel geht; eine Messe, die sich an einen Teil des Konsumgüter-Einzelhandels richtet. Die Messegesellschaft versucht, die in den vergangene Jahren geschrumpfte Veranstaltung aus der Beliebigkeit zu führen. Die Idee war, die Einzelhändler stärker an exklusivere Produkte aus Manufakturen heranzuführen. Ideeller Träger der Sonderschau ‚Manufakturen‘ war unser Verband.

Auf 190 Quadratmetern Gemeinschaftsstand wurden von sechzehn Manufakturen Produkte für einen breiteren Handel gezeigt:

Allgäuer Keramik, Ars Galea, Campe & Ohff, Dorotheenhütte, e+m Holzprodukte, Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei, Gehring Schneidwaren, Günter Reichel Werkstatt moderner Figurenbildnerei, Koch & Bergfeld Besteckmanufaktur, Kupfermanufaktur Weyersberg, LMW Leuchten Manufactur Wurzen, Marolin, Mühle Rasurkultur, Tamesis Design, Tutima, Zeller Keramik

Mittelpunkt des Gemeinschaftsstandes war die von Tamesis Design konzipierte und gebaute Out-Door-Kochinsel, an der Dessaus Spitzenkoch Tobias Felger (‚Tobi or not to be‘) mit verschiedenen Manufakturprodukten (Gehring Kochmessern und Bestecken, Keramikinnenbeschichtete induktionsfähige Kupferbratpfannen der Kupfermanufaktur Weyersberg, Geschirr von Allgäuer Keramik, Zeller Keramik und der Porzellanmanufaktur Reichenbach, Gläser aus der Dorotheenhütte) an allen drei Tagen gekocht und bewirtet hat.

Außerdem wurden die Sieger der Wettbewerbe zum ‚Manufaktur-Produkt des Jahres‘ sowie die ‚Manufakturen des Jahres‘ 2014 – 2018 in einer Ausstellung gezeigt.

Fotos: Wigmar Bressel

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Der Gemeinschaftsstand:

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Die Kochinsel:

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Ausstellung Sieger ‚Manufaktur-Produkt des Jahres‘ und ‚Manufaktur des Jahres‘ 2014 – 2018:

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Neuer Bereich ‚Manufaktur‘ feiert auf der Herbst-CADEAUX Leipzig Premiere

Pressemitteilung

30. Juli 2018, Leipzig. Edles Silberbesteck, mundgeblasenes Glas, anspruchsvolle Schreibgeräte aus massiven Hölzern: Hochwertig gefertigte, authentische Produkte made in Germany erwarten die Fachbesucher im neuen Ausstellungsbereich „Manufaktur“ der Herbst-CADEAUX Leipzig (1. bis 3. September 2018). Rund 70 Unternehmen und Marken stellen hier ihre in Kleinserien sowie mit hohem Handarbeitsanteil hergestellten Qualitätserzeugnisse vor. Die Premiere wird vom Verband Deutsche Manufakturen e. V. als ideellem Träger unterstützt.

„Mit dem neuen Ausstellungsbereich ‚Manufaktur’ ergänzt und erweitert die CADEAUX Leipzig ihr Angebot wertiger Produkte mit dem Label ‚made in Germany’“, betont Andreas Zachlod, Projektdirektor der Fachmesse für Geschenk- und Wohntrends. Individuelle, langlebige Produkte statt Massenware laute dabei die Devise. „Damit ermöglichen wir dem Facheinzelhandel, neue und spannende Sortimente zu entdecken, interessante Geschäftsbeziehungen anzubahnen und für die umsatzstärkste Saison des Jahres direkt zu ordern“, so Zachlod.

Laut Wigmar Bressel, Vorsitzender des Verbands Deutsche Manufakturen e.V., ist dies der erste einheitliche Auftritt von Firmen aus der deutschen Manufakturenszene unter einer gemeinsamen Dachmarke auf einer Fachhandelsmesse. „Eine solche Präsentation, welche diese zumeist kleineren Unternehmen in den Fokus der Fachbesucher rückt, hat es bisher nicht gegeben“, so der Verbandsvorsitzende. „In den kommenden Jahren wollen wir den Bereich auf der CADEAUX weiter ausbauen.“

Manufakturprodukte: langlebig und in Deutschland gefertigt

Für die Firmen, die im Bereich „Manufaktur“ ausstellen, gelten die vom Deutsche Manufakturen e.V. definierten Kriterien. Die Unternehmen müssen demnach inhabergeführt sein, ihre Produkte in Deutschland mit mindestens 50 Prozent Handarbeit selbst produzieren sowie zwischen fünf und 200 Mitarbeitern beschäftigen. „Außerdem handelt es sich um Hersteller von Endprodukten – also keine Zulieferer –, die ihre Qualitätserzeugnisse in Serie fertigen und dabei verschiedene traditionelle Gewerke des Handwerks unter einem Dach vereinen“, sagt Wigmar Bressel. Wichtig sei ebenso, dass Fachkräftenachwuchs oder Umschüler ausgebildet werden. Weitere Kennzeichen der Manufakturen seien Nachhaltigkeit und Wertigkeit der Waren. „Keine Luxusgüter, sondern qualitativ hochwertige Produkte für den täglichen Gebrauch“, unterstreicht Bressel. „Zurzeit gibt es in Deutschland etwa 650 Betriebe, die diesen Manufaktur-Kriterien entsprechen.“

Die Bandbreite der Erzeugnisse spiegelt sich bei den Ausstellern des Bereichs „Manufaktur“ der CADEAUX deutlich wider. Dazu gehören zahlreiche Mitglieder der Verbands Deutsche Manufakturen e. V.: ALLGÄUER KERAMIK Hans Rebstock GmbH & Co. KG (Altstädten bei Sonthofen), ARSGALEA MANUFAKTUR – Spezial- und Gerätetaschen GmbH (Burkhardtsdorf/Ortsteil Meinersdorf), DOROTHEENHÜTTE WOLFACH Betriebs-GmbH (Wolfach) – die letzte aktive Mundblashütte des Schwarzwalds, e+m Holzprodukte GmbH & Co. KG (Neumarkt i. d. OPf.) mit hochwertigem Schreibgerät aus dem Holz historischer Eichenfässer, Gehring Schneidwaren GmbH (Solingen) mit Besteck, Günter Reichel – Werkstatt moderner Figurenbildnerei (Marienberg) mit dekorativen Holzfiguren und Weihnachtspyramiden, Koch & Bergfeld Besteckmanufaktur GmbH (Bremen) mit dem Original Dresdner Stollenmesser nach historischem Vorbild aus Sachsen und dem in vielen deutschen Botschaften genutzten Silberbesteck, MAROLIN – Richard Mahr GmbH aus Steinach/Thüringen mit Figuren unter anderem aus Papiermaché, Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei GmbH (Kappelrodeck), TAMESIS Design GmbH (Dessau-Roßlau) mit Manufakturmöbeln sowie Zeller Keramik Manufaktur GmbH & Co KG (Zell am Harmersbach).

Neben den Verbandsmitgliedern stellen viele weitere namhafte Manufakturen in Leipzig aus. Vertreten sind unter anderem Kunstwerkstatt Artenreich (Asendorf/Graue) mit Wohnaccessoires aus Glas, Chakmonie Maren Klessen (Bergisch Gladbach) mit Chakra-Accessoieres, Deutsche Kunstblume Sebnitz (Sebnitz) mit Seidenblumen, Ege Textilmanufaktur GmbH (Ulm) sowie Strunkmann & Meister Handelsgesellschaft mbH mit Tischwäsche, Fapack – Fabrikation und Vertrieb von Verpackungsmitteln Karl Behrens (Berlin) mit edlen Feinkartonagen, Hummel Manufaktur GmbH (Rödental) mit den berühmten Figuren der Maria Innocentia Hummel, Klar Seifen GmbH (Heidelberg) mit hochwertigen Feinseifen, Glashütte Lamberts Waldsassen GmbH (Waldsassen)/Lumixe mit Standleuchten aus mundgeblasenem Glas, M. W. Reutter Porzellanfabrik GmbH (Denkendorf) mit Miniaturen, Kinderserien und Geschenkartikeln aus Porzellan, Rotter Glas – Crystal since 1870 (Lübeck) mit Kristallgläsern, Waldmann KG (Birkenfeld) mit hochwertigen Schreibgeräten aus massivem Sterling-Silber, WELTER® Manufaktur für Wandunikate (Berlin) mit handgearbeiteten Tapeten und Paneelen, Windmühlenmesser-Manufactur Robert Herder GmbH & Co. KG (Solingen) mit hochwertigen, von Hand gemachten Messern und viele mehr. Nicht zuletzt bieten zahlreiche Unternehmen der erzgebirgischen Holzkunst im „Forum Erzgebirge“ der CADEAUX in großem Umfang Manufaktur-Produkte an.

Live-Cooking und Sonderausstellung

Sonderschauen und Aktionen wie Kochshows begleiten das neue „Manufaktur“-Areal „Life & Cooking“. So kocht mit Tobias Felger einer der Spitzenköche Sachsen-Anhalts live in einer Outdoorküche der Firma TAMESIS Design. Die Kochinsel, ein Prototyp, ist erstmals zu erleben. Felger, Inhaber und Küchenmeister des angesagten Heilmanns by Tobias Felger in Dessau-Roßlau, verspricht einfallsreiche Kochkunst sowie „tolle Inspirationen“ für das Outdoorkochen – und verrät schon einmal die Zutaten für seine Shows: „Austern, Wachtelbrust, Steinbutt – und dies in kreativer Verarbeitung.“

In einer Ausstellung sind die Gewinner der Auszeichnungen „Manufaktur-Produkte des Jahres“ sowie „Manufaktur des Jahres“ zu sehen. Diese Titel werden vom Deutsche Manufakturen e.V. seit fünf Jahren für besonders spektakuläre, innovative oder wertige Produkte sowie für herausragende Manufakturen verliehen. Präsentiert werden alle bisherigen Preisträger. In diesem Jahr sind dies der Topfdeckel ‚multitop‘ von mono aus Mettmann („Manufaktur-Produkt des Jahres 2018“) und die Uhrenmanufaktur Tutima aus Glashütte („Manufaktur des Jahres 2018“).

Schauvorführungen zur Herstellung von Holzkunst, von Kunstblumen oder individuellen Verpackungen sowie zum Schärfen von Messern runden das Areal ab. Zudem wird die CADEAUX Leipzig am 1. September 2018, 9.30 Uhr, im neuen Bereich „Manufaktur“ in Messehalle 3 feierlich eröffnet. Für den Verband Deutsche Manufakturen e.V. liefert das Areal außerdem den Rahmen für seine Mitgliederversammlung.

Insgesamt zeigen auf der CADEAUX Leipzig rund 365 Aussteller und Marken ihre trendigen Produkte für den modernen Lifestyle. Parallel dazu präsentiert sich die Uhren- und Schmuckbranche auf der MIDORA mit über 200 Ausstellern und Marken.

Kostenfreier Eintritt bei Vorregistrierung

Die CADEAUX Leipzig ist am Samstag und Sonntag (1./2. September 2018) von 9.30 bis 18.00 Uhr und am Montag (3. September 2018) von 9.30 bis 17.00 Uhr geöffnet. Bei Online-Vorregistrierung erhalten Fachbesucher kostenfreien Eintritt für bis zu vier Personen pro Fachgeschäft. An der Tageskasse kostet die Tageskarte 19,00 Euro; Inhaber einer Stammkundenkarte zahlen 8,00 Euro. Die CADEAUX-Tickets gelten zugleich für den offenen und Mitgabe-Bereich der MIDORA und berechtigen am Besuchstag zur einmaligen kostenfreien Hin- und Rückfahrt zum/ab Messegelände mit dem öffentlichen Nahverkehr (Tarifzonen 110, 151, 156, 162, 163, 168, 210, 225). Der Erwerb einer Eintrittskarte setzt eine Legitimation als Fachbesucher voraus.

Ansprechpartner für die Presse:

Ingrid Bednarsky

Telefon: +49 341 678-65 66

Telefax: +49 341 678-16 65 66

E-Mail: i.bednarsky@leipziger-messe.de

Im Internet: www.cadeaux-leipzig.de

Link zur Definition des Begriffs ‚Manufaktur‘: www.manufaktur-definition.de

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Die Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur feiert ihr 450jähriges Bestehen

14. Juni 2018, Frauenau. Welch ein Jubiläum! Ein Familienbetrieb, der 450 Jahre nach seiner Gründung immer noch von der Gründerfamilie betrieben wird – in 15. Generation! Niederbayerns IHK-Präsident Thomas Leebmann verlieh im Rahmen des 10. Zukunftsforums Deutsche Manufakturen die große Ehrenurkunde an Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau, der und dessen Vorfahren mit ihren Familien seit solch langer Zeit ihre Glashütte im Bayerischen Wald in Frauenau und Umgebung betreiben. Leebmann: „Poschinger ist ein Qualitätsbotschafter für den Bayerischen Wald!“

Und so heißt es auch im Urkundentext der IHK: „Die Industrie- und Handelskammer für Niederbayern in Passau verleiht diese Urkunde zum 450jährigen Bestehen der Firma Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur e. K., Frauenau, in Anerkennung der erfolgreichen Entwicklung und Verdienste um die niederbayerische Wirtschaft.“

Keine Untertreibung – Poschingers waren immer sehr engagiert: ein Vorfahr wurde sogar zum bayerischen Senatspräsidenten gewählt, der Vater des heutigen Inhabers saß 36 Jahre im Gemeinderat von Frauenau, man engagiert sich immer wieder in der IHK und überregional für die bayerische Wirtschaft, ist „Botschafter Niederbayerns“ und, und, und…

Poschingers Glashütte wurde als autarkes Glashüttengut angelegt – ein großer eigener Waldbestand (Poschingers sind heute die größten Waldbesitzer Bayerns) sicherte die Erzeugung von Pottasche (zur Senkung der Schmelztemperatur des Glases) sowie Brennholz zur Erzeugung von Holzkohle für den Betrieb der Öfen; die Glashütte zog immer wieder auf dem eigenen Grund um – dem Holz hinterher.

Manufakturen-Blog: IHK-Präsident Thomas Leebmann hielt die Laudatio auf 450 Jahre Glasmanufaktur Freiherr von Poschinger (Foto: Martin Specht / Deutsche Manufakturen)

Manufakturen-Blog: IHK-Präsident Thomas Leebmann hielt die Laudatio auf 450 Jahre Glasmanufaktur Freiherr von Poschinger

Die heutige Glasmanufaktur wurde im Jahr 1846 in Betrieb genommen, der Transport von Holz über Land wurde durch Maschinen und Fahrzeuge immer einfacher – sie konnte nun bleiben.

Im Jahr 2018 feiert Poschinger ein großes öffentliches Jubiläumsprogramm: Lesungen, Filme, Musik, Festessen – vieles in der eindrucksvollen Ofenhalle, in der die Schmelzöfen im Hintergrund glühen und gleißen. Mit Spannung erwartet wird ein Film des Komponisten Marios Joannou Elia – „Run“ –, der sich mit dem Glasschmelzen (bei Poschinger gedreht) beschäftigt; die Filmmusik dazu ist sogar schon als öffentliche Aufführung im Fürstbischöflichen Opernhaus Passau angekündigt… (Link zum Trailer auf YouTube)

Die Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur war im Jahr 2016 die ‚Manufaktur des Jahres‘ des Verbandes Deutsche Manufakturen (zur Begründung).

Fotos: Martin Specht / Deutsche Manufakturen

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Manufakturen-Blog: Herstellung einer Schlegelflasche in der Glasmanufaktur von Poschinger (Foto: Martin Specht / Deutsche Manufakturen)

Manufakturen-Blog: Herstellung einer Schlegelflasche in der Glasmanufaktur von Poschinger

Topfdeckel ‚multitop‘ von mono ist das ‚Manufaktur-Produkt des Jahres 2018‘

Pressemitteilung

28. Mai 2018, Bremen. Puristisches Design, funktional, praktisch, einfach – monos Edelstahl-Topfdeckel „multitop“ wurde von der Jury des Verbandes Deutsche Manufakturen zum ‚Manufaktur-Produkt des Jahres 2018‘ gewählt.

Die Frage hinter dem überraschenden Produkt ist einfach: Warum sollte ein Topfdeckel nur den Dampf im Topf halten? Nur das Garen beschleunigen und den Energieverbrauch reduzieren? Den Designer Harald Knauf trieben die Gedanken um, was für ihn als Hobbykoch aus einem Topfdeckel noch herauszuholen wäre, wenn man ihn ließe – im renommierten Stahlverarbeiter mono (gegründet im Jahr 1895) in Mettmann fand er den richtigen Partner. Das Familienunternehmen mit 25 Mitarbeitern, zu dem seit einigen Jahren auch die Marke Pott gehört, sucht immer wieder neu zu entwickelnde, zukünftige „Designklassiker“ – so der mono-Claim. Und der multifunktionale Topfdeckel, der mit einer feinen Silikonschnecke auf der Unterseite auf jeden Topf passt, scheint dem Unternehmen solch ein Kandidat. Die Oberfläche funktioniert als Ablagefläche für Kochlöffel und weiteres Kochgut. Der Wasserdampf kondensiert und tropft in den Topf zurück. Der Deckel ist in vielen Variationen und Öffnungsgrößen auf dem Topf zu platzieren. Er ist platzsparend stapelbar oder am Griff aus Kaltstahl aufzuhängen. Passt sehr gut in den Geschirrspüler – und hält auch als Multifunktionsdeckel für viele andere Gefäße her. Er sieht einfach aus – ist aber super durchdacht. Eine originelle Marketingkampagne am PoS rundete die Markteinführung für den ‚multitop‚ im Jahr 2017 ab. Das hat die Jury sehr beeindruckt. Vk-Preis ab EUR 48,00.

Platz 2

Figurengruppe ‚Heilige Nacht‘ von Günter Reichel Werkstatt moderner Figurenbildnerei

Tradition und Design, Reduktion auf die wesentlichen Gesten, handwerkliche Verarbeitung und haptisches Erlebnis – das zeichnet die aus dem Reifen geschlagene Figurengruppe rund um die Geburt Jesu aus. Design von Andras H. Fleischer. Vk-Preis EUR 418,00

Platz 3

Reisekoffer ‚Cophinus‘ der Arsgalea Manufaktur

In Form und Verarbeitung ein traditioneller Lederreisekoffer, wie ihn US-Präsident Kennedy bei seinem Berlin-Besuch benutzt haben soll – jedoch mit allen wichtigen Aspekten der heutigen Zeit versehen: Statt Holzrahmen federleichte Kunststoffwabentechnik, moderne Schlösser, peppige Farben; Retrolook für das Aufschnallen auf den Oldtimer ja – aber hoch funktional und zeitgemäß. Vk-Preis EUR 2000,00

Sonderpreis Design

Figurengruppe ‚Heilige Nacht‘ von Günter Reichel Werkstatt moderner Figurenbildnerei

(s. o.)

Sonderpreis Nachhaltigkeit

Wetterstation 801 von Feingerätebau K. Fischer

Feinste mechanische Messtechnik – im robusten Gewand. Nachhaltigkeit ist nicht nur der nachwachsende Rohstoff, sondern auch die extrem lange Haltbarkeit eines Produkts. Dafür steht der Name K. Fischer. Seit dem Jahr 1945 stellt das Unternehmen seine bekannten feinmechanischen Messgeräte her. Das ausgezeichnete Produkt ist die weiterentwickelte Neuauflage einer Wetterstation aus dem Jahr 1970 – deren Vorbild vielerorts auch heute noch ihren Dienst versieht. Und so wurde die neue 801 nocheinmal weiter mit besseren Metallen ausgestattet, auf dass sie Hunderte von Jahren ihren Dienst versehen kann. Vk-Preis EUR 260,00

Sonderpreis Erkennen von Trends (geteilt)

Parfüm ‚Berlin Soul‘ der Birkholz Perfume Manufacture

Ein großer Trend unserer Zeit ist die Individualisierung von Produkten. Das hat auch die international ausgerichtete Birkholz Perfume Manufacture von Nasyr Birkholz und Familie aus Berlin verstanden. Neben 25 eigenen Düften bietet das Familienunternehmen über den Flagshipstore auch das Herstellen von ganz individuellen Duftkompositionen an. Die Anlage zum perfekten Assemblieren wurde von Birkholz selbst entwickelt. Ausgezeichnet wird stellvertretend für Idee und Umsetzung das neue Parfüm ‚Berlin Soul‘, das mit verschiedenen Flakons in zahlreichen Individualisierungen kombinierbar ist. Vk-Preise ab EUR 109,00

Sonderpreis Erkennen von Trends (geteilt)

Hut ‚Indiana Melusine‘ von Hutkönig

Wer sich traut – trägt wieder Hut. Und wer sich das schon traut – der traut sich auch den leuchtend-blauen, flauschigen und doch wasserdichten Hut aus sibirischem Wildhasen-Haar von Hutkönig aus Regensburg zu. Der Hut als wiederkehrender Trend. Trotzdem in kleiner Serie in 82 Arbeitsschritten von Hand gefertigt. Vk-Preis: EUR 798,00

Sonderpreis Tradition

Ziehtier ‚Großes Pferd‘ von Marolin

Tradition ist auch Trend. Deutschlands einziger Papiermaché-Hersteller, die Marolin Richard Mahr GmbH aus dem thüringischen Steinach, hat ein Spielzeug aus der Zeit vor dem vergangenen Krieg wieder aufgelegt: Ein naturgetreu nachempfundenes Pferd, von Hand gegossen aus der Marolinmasse, von Hand bemalt, auf ein Holzbrett mit vier Rädern montiert und mit einer Handkordel versehen. Ein Spielzeug für ganz besonders bewusste Eltern. Und alle, die sich dem Schwelgen in Nostalgie hingeben wollen. Vk-Preis EUR 86,00

Jury 2018: Ralf Bode (Flair), Stefan Fink (Fink), Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau (Poschinger), Andreas Müller (Mühle), Marc Weyersberg (Kupfermanufaktur Weyersberg)

Bisherige Preisträger: Keramikinnenbeschichtete induktionsfähige Kupferbratpfanne der Kupfermanufaktur Weyersberg (2014), Doppelhorn Nr. 103 in f/b der Gebr. Alexander (2015), Taschenfüllfederhalter-Set ‚Spatz & Kiebitz‘ von Stefan Fink (2016), Rasierset ‚Hexagon‘ von Mühle Rasurkultur (2017)

Ansprechpartner für Fragen:

Wigmar Bressel, Tel. 0421 – 55 90 6-20

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Uhrenmanufaktur Tutima ist die ‚Manufaktur des Jahres 2018‘

Pressemitteilung

17. Mai 2018, Bremen. 90 Jahre Produktion – und jetzt hat das 30-Mitarbeiter-Team der Uhrenmanufaktur Tutima aus Glashütte auch noch eine Armbanduhr mit ‚Tempostopp‘ (engl.: „Flyback“) auf den Markt gebracht. Und die Uhrenbranche nachhaltig überrascht, denn die extrem komplizierte Funktion wird nur in einer Handvoll Uhren von den großen Herstellern angeboten – zu atemraubenden Preisen. Klein, Tradition und zugleich extrem innovativ bei moderaten Preisen – das beschreibt die ‚Manufaktur des Jahres 2018‘ am Besten! Eine undotierte Auszeichnung des Verbandes Deutsche Manufakturen e. V., die besonderes Engagement in der Manufakturen-Branche hervorhebt.

Denkt man an den Namen Glashütte, dann denkt man heute an hochwertigste Armbanduhren. Dabei stand Glashütte bis zum Wirtschaftschaos nach dem Ende des 1. Weltkriegs für hochwertige Taschenuhren. Als in den 1920er Jahren auch die letzte Taschenuhrenmanufaktur schließen musste, schlug die Stunde des Hamburger Juristen und Armbanduhr-Enthusiasten Dr. Ernst Kurtz. Kurtz begeisterte die sächsische Landesregierung und Banken für ein Investment in Armbanduhren in Glashütte – eine Erfolgsgeschichte, wie wir heute wissen.

Insbesondere die aufkommende Luftfahrt machte Präzisionsuhren für Piloten wichtig, denn man kann ja auch nach präzisen Zeitangaben navigieren.

Für seine besten Uhren nutzte Kurtz den Namen „Tutima“ – vom lateinischen „tutus“ („sicher, geschützt“) abgeleitet.

Bei Ende des 2. Weltkrieges rettete sich die Uhrenmanufaktur zunächst nach Unterfranken und siedelte später nach Ganderkesee in Niedersachen um. Ab dem Jahr 1960 setzte sein bisheriger Mitarbeiter Dieter Delecate die Uhrenproduktion fort. Schon kurze Zeit später wurde die europäische Uhrenindustrie mit der Entwicklung der Quarzuhren aus Asien konfrontiert. Statt den Kopf in den Sand zu stecken und die Entwicklung zu ignorieren, reiste Delecate nach Asien und gründete in Hongkong ein zweites Uhrenunternehmen zur Produktion eigener Quarzuhren, ohne die Fertigung der mechanischen Uhren in Ganderkesee aufzugeben. So hält es das Familienunternehmen, in dem u. a. schon längst die drei erwachsenen Kinder geschäftsführend mitarbeiten, bis heute.

Im Jahr 2005 erfolgte die Rückbesinnung auf Glashütte: Tutima erwarb ein Produktionsgebäude und präsentierte im Jahr 2011 die erste komplett in Glashütte entwickelte und gebaute ‚Minutenrepetition‘, eine Uhr namens „Hommage“ aus eigener Manufaktur. Diese Armbanduhr – mit der als „Königin der Komplikationen“ bekannten Ausstattung – ist eine Uhr, welche mit wohlklingenden Hammerschlägen die genaue Zeit vertont: Stunde, Viertelstunde, Minute – mit unterschiedlichen Tönen…

Aber zur neuen „Tempostopp“: Diese Uhr ist an einen früheren Fliegerchronographen von Tutima aus dem Jahr 1941 angelehnt. Sie beinhaltet eine Stoppuhr mit einer „Flyback“-Funktion, welche früher als „Tempostopp“ bezeichnet wurde. Diese Sonderfunktion erlaubt es zum Beispiel Piloten, einen laufenden Zeitmessvorgang mit nur einem Tastendruck von Null an neu zu starten. „Nach sieben Minuten 90 Grad links schwenken, nach 34 Minuten 30 Grad rechts schwenken…“ Stellen Sie sich einfach einen Langstreckenflug ohne Radar und GPS vor – dann leuchtet Ihnen das Interessante an dieser Zeitmessfähigkeit ein.

Tutima ist – trotz seiner kleinen Größe – besonders engagiert. Zum Beispiel als offizieller Zeitnehmer der Kieler-Woche-Regatten. Tutima besitzt eine eigene Rennyacht, die als einzige in Europa von einem reinen Frauenteam gefahren wird. Das Team ist derzeit – gegen die anderen Männerteams – der amtierende Vize-Europameister.

Oder – etwas naheliegender – das Engagement für Flugsicherheit: die Tutima Academy of Aviation Safety in Amerika mit der Fluglegende Sean D. Tucker an der Spitze. Hier lernen unter anderem Verkehrsflugzeug-Piloten das händische Fliegen zu verbessern – um sich beispielsweise nach Instrumentenausfällen besser behelfen zu können.

Tutima ist Sponsor der Deutschen Motorflug-Nationalmannschaft des Aero Clubs und hat darüber hinaus noch sehr erfolgreich einen eigenen Heißluftballon im Rennen.

Alles das ausgehend von einem kleinen, begeisterten und begeisternden Familienunternehmen aus Niedersachsen.

Weitere Informationen:

Wigmar Bressel

Verband Deutsche Manufakturen e. V. www.deutsche-manufakturen.org

Alexander Philipp

Tutima Uhrenfabrik GmbH Ndl. Glashütte www.tutima.com

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Einladung zum 10. Zukunftsforum Deutsche Manufakturen

Herzliche Einladung zur Verleihung der Auszeichnungen

Manufaktur-Produkt des Jahres 2018

Manufaktur des Jahres 2018

am 17. Mai 2018 in Frauenau im Rahmen des 10. Zukunftsforums Deutsche Manufakturen

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Manufakteure,

die ‚Digitalisierung‘ sei nicht aufzuhalten, heißt es! Und: Gibt es ‚Manufaktur 4.0‘? Im Manufakturen-Blog finden Sie den derzeitigen Diskussionsstand. Wir widmen das Zukunftsforum dieser Frage, weil wir uns Denkanstöße für unsere Betriebe holen und überlegen wollen, ob wir – wie das Handwerk es gemacht hat – Fördermittel beantragen wollen.

Wir treffen uns zunächst in der von Poschinger Glasmanufaktur, die in diesem Jahr ihr 450jähriges Bestehen feiert (klingt das für Sie unpassend zum Thema ‚Digitalisierung‘?) – und klingen aus mit einem Betriebsrundgang in der nagelneu gebauten Produktion der Holzmanufaktur Liebich – dem größten Holzständerbauwerk Bayerns. Liebich hat auf jeder für den Kunden produzierten Verpackung den GPS-Code des Baumes drauf, der für diese gefällt werden musste (klingt das für Sie logisch nach ‚Digitalisierung‘?). Wir versprechen Ihnen zwei spannende Tage im Bayerischen Wald. Und unsere Gastgeber Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau und Dr. Thomas Koy bieten Ihnen gerne an, noch einen oder zwei Tage dranzuhängen und – wie sagt man so schön? – „Land und Leute kennenzulernen“. Auch das Tagungshotel wäre darauf eingestellt. Wer also länger bleiben möchte und spannenden Unternehmer-Anschluss oder Tour-Empfehlungen sucht – bitte einen Hinweis an uns.

Das Programm mit dem Anmeldeformular für das Zukunftsforum (17.-18. Mai 2018) mit dem Titel

„Wie digital muss unsere Manufaktur werden?“

können Sie auf der Verbandshomepage unter „Aktuelles“ herunterladen – nutzen Sie diese Gelegenheit, sich Denkanstöße für Ihren Betrieb zu holen!

Wir laden Sie aber auch wieder ganz herzlich zur Verleihung der Auszeichnungen „Manufaktur des Jahres“ sowie „Manufaktur-Produkt des Jahres“ ein. Diese finden am 17. Mai 2018 um 19.00 Uhr in der Ofenhalle der von Poschinger Glasmanufaktur statt. Die Teilnahme an dieser Abendveranstaltung ist frei und unabhängig von der Teilnahme am Zukunftsforum.

Wir freuen uns schon auf Ihre Anmeldung für dieses traditionelle Treffen der Manufakturen-Branche und wünschen Ihnen eine gute Anreise!

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Einladung zum Wettbewerb um das ‚Manufaktur-Produkt des Jahres 2018‘

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Verband Deutsche Manufakturen e. V. lobt den Preis ›Manufaktur-Produkt des Jahres 2018‹ aus.
Sie sind herzlich eingeladen, sich mit neuen Produkten, die von Ihnen in den Jahren 2017 und 2018 auf den Markt gebracht wurden und werden, um diesen Preis zu bewerben.
Ihre Manufakturprodukte sind in Ihrer Branche herausragend, zeigen die Kompetenz Ihres Unternehmens und sind Teil Ihrer Marke. Nutzen Sie für sich die Marketing-Vorteile für den deutschen und die internationalen Märkte, die Sie mit einer Auszeichnung als Gewinner, Platzierter oder Sonderpreisträger erlangen.

Als Juroren konnten wir für Sie – aus Anlass des 5. Wettbewerbes – die Preisträger der vorangegangenen Wettbewerbe gewinnen. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des 10. Zukunftsforums Deutsche Manufakturen am 17. Mai 2018 in den Räumen der Glasmanufaktur Poschinger im bayerischen Frauenau.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Produkt viel Erfolg im Wettbewerb!
Wigmar Bressel
Brigitte Federhofer-Mümmler
– Vorstand –
Zum PDF-Download der Wettbewerbsausschreibung auf www.deutsche-manufakturen.org.

Grafik: Peter Sieber, ora et labora

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Manufakturen-Blog: Der Wettbewerb des Verbandes Deutsche Manufakturen zum Manufaktur-Produkt des Jahres 2018 läuft bis zum 17. April 2018 (Grafik: Peter Sieber)

Der Wettbewerb zum Manufaktur-Produkt des Jahres 2018 läuft bis zum 17. April 2018

RTL Nord zu Gast in der Besteckmanufaktur von Koch & Bergfeld

Manufakturen-Blog: RTL Nord berichtet über die Besteckmanufaktur von Koch & Bergfeld

24. Januar 2018, Bremen. RTL Nord (Hannover) war unterwegs in norddeutschen Manufakturen. Dies ist der Beitrag über die Besteckmanufaktur von Koch & Bergfeld in Bremen. Hier der Link zum Beitrag von Matthias Willhöft vom 10. Januar 2018 auf der Seite von RTL Nord (Sie werden weitergeleitet auf diese Seite). Vor dem Beitrag läuft eine kurze Werbung. Sie müssen möglicherweise auf Nachfrage den ‚Adobe Flash Player‘ aktivieren. Viel Spaß – es lohnt sich!

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Mitgliederversammlung wählt Bressel und Federhofer-Mümmler zum neuen Vorstandsteam im Verband Deutsche Manufakturen

20. Januar 2018, Bremen. Die  Mitglieder des Verbandes Deutsche Manufakturen e. V. haben gewählt – Wigmar Bressel (Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld) bleibt für weitere zwei Jahre Vorsitzender; er erhält jedoch einen neuen Stellvertreter: Brigitte Federhofer-Mümmler von der Holzschreibgerätemanufaktur e+m Holzprodukte aus Neumarkt in der Oberpfalz. Hartmut Gehring (Gering Schneidwaren), der im Sommer 2017 an die Spitze des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH) gewählt worden war, wechselt in den Beirat.

Auch der Beirat, der für die Aufnahme neuer Verbandsmitglieder zuständig ist, wurde teilweise neu besetzt – einstimmig gewählt wurden:

Johan Conze (Deumer)

Hartmut Gehring (Gehring Schneidwaren)

Lothar Göthel (Ars Galea / SGT Spezial- und Gerätetaschen)

Dr. Thomas Koy (Holzmanufaktur Liebich)

Annet Loibl (Tamesis Design)

Andreas Müller (Mühle Rasurkultur)

Gabriele Pötzsch (LMW Leuchten Manufactur Wurzen)

Foto: Volker Gehring

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Orden, Anstecknadeln, Manschettenknöpfe – Deumer gibt die Antwort auf die Frage nach Manufaktur-Schmuck

29. November 2017, Lüdenscheid. Ich trage ja meistens Manschettenknöpfe. Kunststück – da ich wegen etwas längerer Arme sowieso nur Maßhemden von Campe & Ohff ordere, kann ich mir die Manschettenform für jedes Hemd aussuchen; preislich sind sie gleich, ob mit Umschlag für den Zierknopf, oder die Sportmanschette mit Kunststoff-Perlmutt-Imitat. Also bestelle ich oft „für Manschettenknöpfe“. Da im Knopf-Handel viel minderwertige Gussware angeboten wird, war es also „wenn, dann“ der Gang zum Goldschmied oder Juwelier. Vor einiger Zeit traf ich auf ein faszinierendes Paar in Sterlingsilber mit umlaufendem blauen Emaille-Band – von Deumer. Es wurde für mich Zeit, der Frage nachzugehen, wo serieller Manufaktur-Schmuck aus Deutschland seinen Platz hat, wenn auf der einen Seite billigerer Import aus Fernost drängt, auf der anderen Seite der Goldschmied mit Unikaten lockt. Ich fuhr ins Sauerland.

Lüdenscheid. Von einer Frau in einer Besprechung in Bochum wurde ich zuvor gewarnt, man wolle „dort nicht tot über dem Zaun hängen“. Und so präsentierte sich Lüdenscheid – immerhin oberhalb von 420 Metern über ‚Normal-Null‘ liegend – auch im November bei einem Grad Celsius und Schneefall grau. Deumers Adresse ‚Gartenstraße‘ hatte mich schon lange irritiert – Gewerbebau auf der „grünen Wiese“? Ja, aber irgendwie beruhigt stellte ich fest, dass es sich bei der heutigen Innenstadt-Lage um die namensgebenden Gärten zur Gründerzeit gehandelt haben muss, und mein Bild vom berühmten Produzenten nicht durch einen heutigen Trapezblechbau zu leiden braucht. Deumer produziert immer noch in einem schlichten, mehretagigen Fabrikbau mit Innenhof aus ebenjener Zeit. Innendrin die Faszination aus Altbau, Umbau, Anbau; Holzfußböden, grüne Maschinen, Mitarbeiter, die Raum für Raum an diesen klitzekleinen Anstecknadeln, Schmuckstücken, Orden, Medaillen, Manschettenknöpfen arbeiten. Werkzeuge bauen, vergolden, polieren, Emaille schmelzen, Metall mit dem Pinsel lackieren. Hochkonzentriert. Es duftet nach Schmieröl, es rumst, wenn die Spindelpresse losschlägt, die Stanze die Ronden aus den Blechen haut.

Johan Conze ist allein da. Sein Bruder und Mitgeschäftsführer Friedrich ist unterwegs. Den Conzes gehört das Unternehmen seit vier Generationen, seit ihr Urgroßonkel Wilhelm Conze vor hundert Jahren von der kinderlosen zweiten Deumer-Generation die Geschäftsanteile erwarb.

Manufakturen-Blog: Die Brüder Johan Conze und Friedrich Assmann leiten Deumer seit der Jahrtausendwende (Foto: Deumer)

Die Brüder Johan Conze und Friedrich Assmann (v. l.) leiten Deumer seit der Jahrtausendwende

Eigentlich wäre Wilhelm Deumer im Jahr 1863 auch mit Metallknöpfen für Uniformen gestartet. „In Lüdenscheid ist die Metallbearbeitung seit zweitausend Jahren nachgewiesen. Unsere Stadt war sogar einmal die Welthauptstadt der Metallknopf-Produktion – hier gab es 180 Firmen, die Knöpfe produzierten“, erzählt Johan Conze. Auf einmal hat Lüdenscheid mein Interesse. Und heute? „Gibt es nicht mehr. Wir bieten gerne noch Knöpfe für Smokinghemden an.“ Conze lacht. Es ist klar, dass man die 27 Mitarbeiter des Unternehmens damit nicht auslasten kann. Nicht einen, genaugenommen. Als hätte es Wilhelm Deumer – selbst gelerntet Metallbearbeiter und ursprünglich in der Knopfproduktion zu Hause – geahnt, hörte er von einem neuen Vergoldungverfahren und gewann einen Geschäftspartner zur Gründung seiner Fabrik mit dem Schwerpunkt Medaillen und Abzeichen.

Er bewarb sich erfolgreich um die Fertigung von Orden und Auszeichnungen – selbst heute macht ein ganz schöner Teil vom Umsatz die Fertigung von Schützenmedaillen aus. „Die sind immer noch häufig aus Silber.“ Obwohl selbst Lieferant von Auszeichungen für Armee und Politik zwischen 1933 und 1945, fertigt Deumer ab Kriegsende bis zum Abzug der britischen Truppen nach dem Mauerfall zahlreiche  Auszeichnungen der Britischen Rheinarmee. „Heute wächst der Umsatz mit hochwertigen Firmenauszeichnungen, Anstecknadeln… die können ruhig schon mal etwas kosten!“, Conze zeigt mir Beispiele, die gerade in Produktion sind: Echtgold, mit Brillianten besetzt, für die erfolgreichsten Vertriebsleute eines großen deutschen Mittelständlers. „Für solch eine Nadel brauchen wir schonmal 600 Euro.“ Und – wollen Männer so ausgezeichnet werden (es fehlt ja an Eichenlaub und Schwertern dazu)? „Also mir sagt der Einkäufer: unbedingt! Aber es liegt für die Ausgezeichneten ja auch immer noch ein großer Check für Boni dabei.“

Auf die Emaillewerkstatt ist man bei Deumer natürlich sehr stolz. Conze: „Wir sind die Einzigen in Deutschland, die das noch im seriellen Stil betreiben und können.“ Und so kommen zum Beispiel immer noch die Porsche-Embleme für alle, die sie sich zumeist für ihre historischen 911er leisten wollen und bestellen, von Deumer. Denn werkseitig werden heute in der Herstellung weniger aufwendige Deckelwappen verbaut.

Daher rührt auch die Deumer-typische Verbindung von Emaille und Manschettenknopf. Eigentlich ist dieses Schmelzglas nicht wertvoll – aber die Verarbeitung ist schwierig und aufwendig: Mit einer Flüssigkeit verbinden, schmelzen, Risse und Unebenheiten polieren, wieder überschmelzen, wieder polieren… Dabei ist Emaille schon lange bekannt: Die ältesten Funde stammen aus mykenischen Gräbern und seien 3500 Jahre alt, heißt es im firmeneigenen Blog.

Manufakturen-Blog: Schleifen und polierenen - bis alles schön glatt ist und glänzt (Foto: Wigmar Bressel)

Schleifen und polieren ist die wichtigste Handarbeit – bis alles schön glatt ist und glänzt, wie bei dieser Anstecknadel, die Dennis Busse poliert


Manufakturen-Blog: Manschettenknopf 'Blaues Band' mit blauem Knopf-Gegenstück (Foto: Deumer)

Manschettenknopf ‚Blaues Band‘ in Sterlingsilber mit blauem Knopf-Gegenstück

Der Aufwand, sehr gute Emaille zu erschaffen, ist der Grund, weshalb sie aus der Verarbeitung nahezu verschwunden ist. Der Industrie ist sie – außer als hauchdünne Industrie-Emaille beim Backblech – zu teuer; für Handwerker – wie Goldschmiede und Juweliere – ist sie kaum vorzuhalten: Schmelzofen, Energiebedarf, serielle Fertigung in Stückzahlen – das kann nur die Manufaktur noch leisten. Und da ist Deumer die Einzige. Und es beantwortet auch die Frage zur Notwendigkeit seriellen Manufakturschmucks – nur so können bestimmte kulturelle Handwerkstechniken, wie diese, erhalten bleiben.

Der theoretisch günstige Werkstoff Emaille ist also aufgrund seiner Seltenheit und seiner kulturellen Bedeutung wertvoll geworden – und so geht er bei Deumer eine schöne Symbiose mit Gold, Silber und anderen Metallen ein.

Meine ersten Manschettenknöpfe habe ich mir von meinem Vater geliehen, um im ersten Smoking meines Lebens zum Landespresseball gehen zu können. Es waren wunderbare, jedoch sehr einfach verarbeitet, Emaille-Silber-Knöpfe – eben aus der armen Nachkriegszeit. Ich war 21 Jahre alt. Zwei Jahre später nötigte ich auf Besuch bei meinem Onkel Arturo in Madrid diesen, mit mir in die Innenstadt zu fahren – ich habe mir bei einem Juwelier dann ‚Goldene‘ gekauft, die ich immer noch gerne trage (und an ihn denke). Bei Messeaufenthalten auf der ‚Ambiente‘ kamen Verschiedene aus Silber und Gold eines italienischen Anbieters hinzu. Dann kam der Mut, eigene Manschettenknöpfe zu entwerfen – sie sind gewölbt und rund oder gewölbt und quadratisch, aus Silberblechen ausgesägt und von Hand geschlagen. Hundert Stück mögen wir im Laufe einiger Jahre verkauft haben… Jetzt habe ich mir also nach langer Zeit wieder ein Paar gekauft – natürlich das mit dem blauen Band.

Ja, Manschettenknöpfe… man übersteht das Leben wahrscheinlich auch ohne – jedoch nicht so schön!

Fotos: Wigmar Bressel, Deumer (2)

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Zur Geschichte der Manschettenknöpfe ‚Blaues Band‘ im Unternehmens-Blog bei Deumer…

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