Manufakturen-Blog: Schramm übernimmt den Möbelhersteller interlübke (Foto: Schramm Werkstätten)

Schramm übernimmt interlübke

1. März 2018, Winnweiler. Diese Nachricht ist eine Schlagzeile: Die Schramm Werkstätten aus Winnweiler, der von der Familie Schramm über drei Generationen aufgebaute und für seine Federkern-Betten bekannte Spezialist rund ums perfekte Schlafen, kauft den genauso berühmten, jedoch viel breiter aufgestellten Möbelhersteller interlübke aus Rheda-Wiedenbrück.

„Am Montag haben wir noch bis tief in die Nacht beim Notar gesessen und formuliert und verhandelt“, sagt ein sichtlich zufriedener Philipp Schramm. Dann war die sicherlich größte Manufakturen-Übernahme des Jahres unterschrieben.

Die Schramm Werkstätten haben in den vergangenen zwanzig Jahren eine fulminante Entwicklung genommen. Im Jahr 1923 gegründet, war das Unternehmen als letzter Produzent der sogenannten „Boxspring-Betten“ in Deutschland übriggeblieben. Irgendwie gelang es vor allem dem Geschäftsführer Axel Schramm, das Produkt wieder interessant zu machen. Das Unternehmen wuchs und wuchs, baute sich in den Nuller Jahren in Winnweiler auf der sogenannten „grünen Wiese“ eine nagelneue Produktion, die man als silbernen Komplex schon von der Autobahn aus sieht, – und expandierte immer weiter. Innerhalb von zehn Jahren verdoppelte sich die Mitarbeiterzahl auf 200 bei 30 Millionen Euro Jahresumsatz. Darüber hinaus werden mit der ‚Home Collection‘ exklusive Accessoires wie Bettwäsche, Frotteeware und Raumdüfte für den Wohn- und Schlafbereich angeboten. Als Hersteller von Premiumschlafmöbeln gehört Schramm Werkstätten zu den Top-10 der bekanntesten deutschen Luxusmarken (Ranking Wirtschaftswoche, Ranking Ernst & Young in Kooperation mit dem Inlux Institut) und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem German Design Award 2017 sowie 2018 ausgezeichnet.

Manufakturen-Blog: Traditionelle, hochvergüteten Federkerne sind das Geheimnis einer lebenslangen Garantie der Matratzen von Schramm (Foto: Schramm Werkstätten

Traditionelle, hochvergüteten Federkerne sind das Geheimnis einer lebenslangen Garantie der Matratzen von Schramm

Ein bisschen anders lief es dagegen bei interlübke: Das Unternehmen ging im Jahr 2012 schon mal in die Insolvenz, wurde von einer Beteiligungsfirma von der Gründerfamilie Lübke übernommen und nach Einschätzung von Schramms kräftig modernisiert und entwickelt.

Das Unternehmen interlübke wurde 1937 gegründet und hat in den vergangenen Jahren seine Mitarbeiterzahl auf rund 160 halbiert – bei immer noch 20 Millionen Euro Jahresumsatz. Die bisherigen Gesellschafter, deren Interessen durch die Rigeto Unternehmerkapital GmbH (München) vertreten werden, „haben in den vergangenen Jahren intensiv den Marken- und Unternehmensauftritt, die Marktbearbeitung des Fachhandels sowie die Entwicklung des Produktsortiments vorangetrieben. Dies führte unter anderem zur Verleihung des German Brand Awards im Jahr 2017“, heißt es in einer Pressemitteilung von Schramm von heute.

„Um das Wachstum der Gesellschaft zu beschleunigen und eine verbesserte, vor allem internationale Marktbearbeitung zu ermöglichen, haben die Gesellschafter aus strategischen Überlegungen entschieden, ihre Beteiligung zu veräußern. Die Geschäftsanteile an der Lübke GmbH und die Marke ‚interlübke‘ sollten daher an einen branchenerfahrenen, strategischen Investor veräußert werden, der die Zukunft des Traditionsunternehmens interlübke in einem herausfordernden Branchenumfeld sicherstellen wird. Mit Schramm als verlässlichem strategischen Partner, der Expertise der Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH sowie dem motivierten interlübke-Team werden wir das überaus bekannte und von seinen Kunden über die Maßen geschätzte Marken- und Traditionsunternehmen im high-end Möbelbereich weiter entwickeln und in der Zukunft als vertrauensvollen und starken Partner für Fachhandel und Endkunden positionieren“, sagen Axel und Philipp Schramm.

Auskennen tun sich Schramms in der deutschen Möbelbranche – Axel Schramm ist seit einiger Zeit ehrenamtlicher Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM).

Manufakturen-Blog: Axel Schramm hat das Familienunternehmen groß gemacht, steht den deutschen Möbelherstellern vor (Foto: Schramm Werkstätten)

Axel Schramm hat das Familienunternehmen groß gemacht, steht den deutschen Möbelherstellern vor

Schramm hat den Deal trotzdem nicht alleine gewuppt: Mit von der Partie ist – wie erwähnt – die Osnabrücker MB Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH, ein regionaler Finanzinvestor, welcher sich auf mittelständische Unternehmen in Nachfolge- und Restrukturierungsfällen spezialisiert hat. Außerdem holte man sich von der Currentis GmbH, einem regionalen Beratungsunternehmen, Expertise ein.

Fotos: Schramm Werkstätten

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