Manufakturen-Blog: Besuch der fishInternational Bremen 2016 (Foto: Christoph Sodemann)

fishINTERNATIONAL – alles rund um Fisch, Kaffee und Schnaps

14. Februar 2016, Bremen. Deutschlands einzige Fachmesse rund um den Fisch und Seafood – heißt es im Katalog der 15.fishINTERNATIONAL, die heute in Bremen eröffnet wurde. Klingt erstmal vielversprechend, vielleicht kann ich hier ja neue Trends im Food-Bereich entdecken. Doch nur mit Meerestieren und ihrer Verarbeitung lässt sich selbst an der Nordseeküste keine wirtschaftlich tragfähige Messe mehr organisieren und so hat der Veranstalter, die Messe Bremen, parallel die GASTRO IVENT dazu gepackt. Das Ergebnis ist Beliebigkeit im Angebot, eine Gastro-Messe mit einem Schwerpunkt Fisch. Hersteller von Restaurant-Möbeln und originellen Papierservietten haben ihre Stände neben zahlreichen Produzenten von Fischverarbeitungsmaschinen, von Kaffee-Automaten und der Fleisch-Gourmet-Manufaktur.

Autsch. In diesem Umfeld schaut man meistens lieber schnell weg, wenn jemand seine Firma Manufaktur nennt. Beispielsweise eine „Convenience Manufaktur“ offeriert ein sehr durchschnittliches Salatbüffet in Großküchen-ähnlichen Behältern, ein Angebot, mit dem offenbar Betriebskantinen beliefert werden.

Gibt es hier überhaupt etwas, das Liebhaber von Manufaktur-Produkten interessieren könnte? Ich treffe auf den Stand der BrennerEy, ein kleiner Familienbetrieb, in dem Gründer Gerhard Ey erst seit 2011 edle Brände, Geiste und Liköre herstellt. „Wir arbeiten nur mit handverlesenem Obst bester Qualität, jegliche Faulstellen oder Stiele und Blätter werden aussortiert“, sagt Gerhard Ey. „Außerdem lassen wir uns Zeit bei der Vergärung, denn nur so können die Aromen übertragen werden.“

Und noch eines ist Ey wichtig: „Man muss es gerne machen.“ Er macht die Brennerei so gerne, dass er vor fünf Jahren seine Leitungsfunktion bei einem Automobilzulieferer aufgebeben, das Hobby zum Beruf erklärt und diese Manufaktur gegründet hat.

Enthusiasten sind auch die Inhaber von Welsländer. 15 Jahre haben sie in die Entwicklung ihres Produkts gesteckt und herausgekommen sind Würste aus Fisch. Zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, wenn da die Lyoner neben dem Wienerle und einer Krakauer liegt – und alle sind aus Fisch. „Wir stellen unsere Würste ausschließlich aus Filet vom Wels her“, erzählt Geschäftsführer Stefan Bürgelin. „Die Fische werden in Deutschland in kontrollierten Aquakulturen gezüchtet, ohne Wachstumsförderer und frei von Antibiotika“. Die Würste lassen sich roh oder gegrillt essen, im Geschäft kosten drei Stück circa 4,50 Euro. Seit zwei Jahren sind die Welsländer jetzt auf dem Markt und das Geschäft boomt. Pro Monat werden 3-4 Tonnen Wels verarbeitet, Edeka-Süd, Metro und Transgourmet haben die Fischwürstchen inzwischen in ihr Angebot übernommen. Und wie schmecken diese Würste nun? Sehr knackig, die Haut ist sogar fast ein bisschen zu fest, und jedenfalls nicht nach Fisch, höchstens bei manchen Sorten ein wenig im Nachgeschmack. Irgendwie beliebig also. Und das passt dann auch zu dieser Messe.

Signet: Manufakturen-Blog

 

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