Manufakturen-Blog: Besuch auf der Bremen Classic Motorshow 2016 - Borgward (Foto: Christoph Sodemann)

Bremen Classic Motorshow Oldtimer – die Sehnsucht nach…

7. Feburar 2015 – …tja, nach was eigentlich?
Da steht er nun. Allein die Farbe ein Traum, irgendwas wie Cappuccino und Sandweg zum Meer. Blank gewienert, eigentlich neu. Und dann kommen ganz alte Gefühle hoch, und Namen, Jean-Paul Belmondo, Alain Delon und natürlich der begnadete Lino Ventura. Die wunderbaren bad boys des 60er und 70er Jahre-Kinos, für die es nur ein Auto gab: ALFA ROMEO GIULIA. „Natürlich verklären wir diese Zeit“, sagt Christoph Riffel, als ich ihn frage, was eigentlich die Faszination dieser Oldtimer ausmacht.

Der Handel mit Oldtimern ist sein Beruf und er kennt die Seelenlage seiner Käufer bestens: „Die wollen ihre Kindheit und Jugend nachholen. Das ist der Reiz der Mechanik. Die Manufakturarbeit. Die schöne, liebevolle Verarbeitung.“ Und beim Alfa noch ein ganz besonderes Gefühl, schwärmt Riffel: „Der Klang bei Regen, da muss man sich richtig reinhören in so ein Auto“. (Irre, er hat so Recht) „Das ist ein Feeling wie bei Regen in einem Zwei-Mann-Zelt, ganz nah dran und trotzdem fühlt man sich so sicher.“ Puhh. Der Mann verkauft keine Gedichtbände, sondern Autos. Auf der Bremen Classic Motorshow. Automobile Portfolio Manager steht ganz spröde auf der Visitenkarte.

Eine Halle weiter, ein riesiger Stand: Kampf der Zwerge. Das ist eine inzwischen höchst erfolgreiche Rennserie, historischer Motorsport für Autos bis 1300 ccm, Abarth, Autobianchi, Fiat, NSU und SIMCA.

Olaf Schley steht neben seinem quietschgelben Renner, mit dem er in der Serie immer ganz vorne mitfährt. Warum SIMCA? „Das war mein erster Wagen.“ So einfach ist das. In seiner Freizeit schraubt er an seinem Oldtimer und sammelt Ersatzteile, die immer rarer werden. Eine große Scheune dient als Lager. „Für mich ist das wie Wellness“, sagt Schley. „Ich habe einen anstrengenden Job, eine bessere Entspannung als die Beschäftigung mit diesen Autos gibt es für mich nicht.“

Mit anderen Enthusiasten hat er vor zwölf Jahren die Rennserie „Kampf der Zwerge“ ins Leben gerufen. Bezahlbarer Rennsport, eine Non-Profit-Veranstaltung. Olaf Schley lacht zu seinen Kollegen rüber: „Wir verstehen uns als Verein zur Erhaltung des automobilen Kulturguts.“

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